Disziplin und Freiheit

Noch ist Jahresanfang – und die Wünsche, Ziele und Absichten für das neue Jahr sind noch immer sehr präsent. Nun geht es aber auch um das praktische Umsetzten. So wichtig, das Vorstellen ist, genauso wichtig ist das Handeln und da hapert es dann meistens, vor allem wenn es darum geht etwas regelmässig in das alltägliche Leben einzubauen. Damit sind wir beim heutigen Thema – Disziplin.

Disziplin ist ein Wort das meistens nicht sehr geschätzt wird. Viele verstehen unter Disziplin Einengung oder Verlust an Freiheit. Dabei stammt das Wort vom lateinischen Discipulus der Schüler ab – hat also mit lernen zu tun. Disziplin hat aber auch mit Aktivität, Handeln und üben zu tun, wodurch Fähigkeiten entwickelt oder verbessert werden. Vor allem wenn wir beginnen etwas Neues zu lernen und das regelmässig in unser Leben integrieren möchten, erleben wir das oft als mühsam und müssen uns immer wieder überwinden dies zu tun. Das ist so für das tägliche Yoga, das ist so wenn wir eine Sprache oder Musikinstrument lernen wollen und täglich etwas üben sollen. Das ist auch so wenn wir unsere Gewohnheiten verändern möchten.

Für diese Momente braucht es Disziplin – das hat nichts damit zu tun, dass wir unfähig oder faul sind, das hat damit zu tun, das sich im Gehirn neue Wege bahnen müssen – das nennt man Neuroplastizität. Je regelmässiger man es schafft, etwas zu wiederholen, desto weniger Disziplin braucht es, weil im Gehirn stabile Strukturen entstehen. Vor allem am Anfang bauen sich diese Strukturen wieder ab, wenn wir  nicht regelmässig wiederholen. Somit könnte man sagen, wenn es Disziplin braucht und es sich mühsam anfühlt, ist das ein Zeichen dafür, dass wir dabei sind etwas Neues zu lernen.

Vor vielen Jahre habe ich folgende Aussage gelesen und ich meine sie war von Dan Millman:

Disziplin = Exzellenz = Freiheit

Damals hatte ich Mühe den Sinn dieser Aussage zu verstehen. Mit Yoga und später auch anderen Themen, habe ich gelernt, dass das stimmt. Auch wenn ich den Prozess oft als mühsam empfunden habe. Interessanterweise, wurde mit der Zeit das Mühsam durch Neugier ersetzt, wie lange ich wohl dieses Mal brauche um etwas Neues zu lernen oder wie ich mich selber am Besten überlisten kann, um regelmässig zu üben.

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