Yoga Nidra ist ein oft unterschätzter Teil des Hatha Yoga und wird deshalb gerne weggelassen. Übersetzen kann man es mit Yogischlaf, bewusster Schlaf oder als Tiefenentspannung. Vielleicht ist das so, weil viele nicht wissen was am Yogischlaf so wichtig ist und was es bringt. Deshalb heute in diesem Beitrag etwas mehr Information zur Tiefenentspannung.
Yoga Nidra hilft loszulassen und zu entspannen, dabei geschieht aber im Körper einiges. Obwohl man sich im Yoga schon lange der wohltuenden Wirkung der Tiefenentspannung bewusst war, hat erst Dr. Benson, von der Harvard Universität in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, mit seiner Arbeit über die Entspannungsreaktion aufgezeigt, was im Körper vor sich geht, wenn wir uns entspannen. So hat sich eine Umkehr der Werte gezeigt, wie wir sie in der Stresssituation erleben:
Die Entspannungsreaktion
Stoffwechsel ↓
Sauerstoffverbrauch ↓
Atemfrequenz ↓
Herzschlag pro Minute ↓
Muskelspannung ↓
Blutdruck ↓
Während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin bei Swami Satchidananda, habe ich aber noch eine weitere wichtige Begründung gelernt, warum das Yoga Nidra innerhalb eines Hatha Yoga-Ablaufs so wichtig ist. Während wir die Asanas ausführen, werden die inneren Organe massiert, was den Zellstoffwechsel anregt. Während dem Yoga Nidra in der Ruhe, können die Zellen die Abbaustoffe des Stoffwechsels an das Blut abgegeben und werden dann zu den verschiedenen Ausscheidungsorganen transportiert. Ein Teil dieser Abbaustoffe sind gasförmig, z.B. CO2, welches zu den Lungen geleitet wird, wo wir es ausatmen. Deshalb macht man im Integral Yoga, das Yoga Nidra vor dem Pranayama (Atemkontrolle) und der Meditation.
Eine Herausforderung beim Yoga Nidra ist, dass man auf der einen Seite den Körper in einen Schlafzustand versetzen, gleichzeitig aber der Geist wachbleiben soll. Ich finde es lohnt sich das zu üben, denn im der tiefen Entspannung wachzubleiben, ermöglicht diesen schönen Zustand zu geniessen.
Grundlegend, sollte man Yoga Nidra in der Stille machen, aber manchmal ist man so überdreht, das einem Musik helfen kann. Ideal dazu ist der Pachelbel Kanon in D. Allerdings sollte man die Musik nicht regelmässig verwenden, da man sich sonst daran gewöhnt und dann Mühe haben kann, ohne Musik zu entspannen.