Die ursprüngliche Bedeutung von Asana wurde von Patanjali geprägt. Er war ein indischer Gelehrter der vermutlich im 2.Jh vor Chr. gelebt hat. Patanjali soll der Autor der Yoga Sutra sein, die oft auch als eine Art Yogabibel betrachtet wird. Wobei eine Sutra ein Faden oder Vers ist, der dann von einem Gelehrten oder Guru genauer definiert oder interpretiert wird.
Patanjali hat ursprünglich Asana als Sitzhaltung definiert, da der Kern des Yoga schon immer die Meditation war. Erst später wurden auch die Körperübungen im Yoga, als Asana bezeichnet. Wohl weil nicht erst in der heutigen Zeit das längere Stillsitzen vielen schwer fiel und deshalb die Körperübungen so wichtig wurden. Ein verspannter Körper hat Mühe stabil und bequem zu sitzen und das bequem und stabil ist wichtig bei der Ausübung der Asana, egal ob als Sitzhaltung oder als Körperhaltung.
Patanjali schreibt in der Yoga Sutra. 2.46:
sthira-sukham-āsanam
Das wurde ursprünglich folgendermassen übersetzt:
„Der Sitz ist fest und leicht.“
Im Laufe der Zeit, als man dann auch Körperübungen und Haltungen als Asana bezeichnet hat, hat man diese Sutra etwas moderner übersetzt:
„Die Körperhaltung sollte stabil und angenehm sein.“ oder
«Wenn die Körperhaltung stabil und bequem ist, ist das Asana.»
Ich finde die neuere Übersetzung gut, als Fokus für das Ausüben der Körperhaltungen oder Asana. Das Ziel dieses Übens sollte sein, dass man sich mit der Zeit in einer Köperhaltung stabil und angenehm fühlt.
Das Wort findet man aber auch in den Sanskritnamen der Körperhaltungen, so z.B. Vrikshasana (Baumhaltung), Ardha Matsyendrasana (Drehsitz), Bhujangasana (Kobra), etc.
Wie erreicht man nun diese stabile und bequeme Körperhaltung? Asana wird ja auch als Körperübung übersetzt und in diesem Wort steckt dann auch das Geheimnis, wie man sich eine stabile und bequeme Körperhaltung erlangt – üben, üben, üben…. 😀