Marmani, ein Überblick

Energiepunkte nennt man im Yoga und Ayurveda Marmani und das Therapieren über diese Punkte, wird Marmani Chikitsa genannt. Es gibt 108 solcher Marmapunkte, die aber nicht mit den Akupunkten in der chinesischen Medizin übereinstimmen. Im Gegensatz zu den Akupunkten, können die Marmapunkte verschieden gross sein und sind oft empfindliche Bereiche, die von einem erfahrenen Vaidya zur Diagnose verwendet werden können.

Diese Marmapunkte sind meistens Kontaktstellen von verschiedenen Geweben und finden sich oft in Gelenken, aber auch an anderen Körperstellen. Über diese Marmani können,  die Doshas (Konstitutionen), Dhatus (Gewebe), Srotas (Leitungsbahnen), Nadi, Chakras und die pranischen Kräfte oder vitale Lebenskraft beeinflusst werden.

Wir können diese Punkte auf verschiedene Weise beeinflussen. Durch Pranayama (Atmung), Bewegung (Yogaasana), Meditation und Massage.

Hier ein kurzer und einfacher Überblick über die Komponenten von Marmapunkten, die jedoch in den einzelnen Marmani unterschiedlich zusammengesetzt sein können.

  • Doshas – sind im Ayurveda Konstitutionstypen, davon gibt es drei Grundtypen. Vata, das die Prinzipien der Bewegung und Antriebskraft darstellt, Pitta, die Prinzipien der Verdauung und der Wärmebildung und Kapha, die Prinzipien des Zusammenhalts und Struktur. Natürlich haben diese Doshas noch andere Eigenschaften, die aber auch davon abhängen, wie in unserer Konstitution diese drei gemischt sind. Das weisst auch darauf hin, dass es noch weiter Konstitutionstypen gibt, die da sind Vata-Pitta, Vata-Kapha, Pitta-Kapha und eher selten Vata-Pitta-Kapha.
  • Dhatus – sind Geweben, davon gibt es sieben: Plasma, Blut, Muskel, Fett, Kochen, Nerven und Reproduktion. Diese Gewebe bilden unsere Organe und Membrane. Hier will ich aber nicht weiter auf diese Dhatus eingehen.
  • Srotas – sind Durchgänge,  Pfade oder Leitungen wie z.B. der Verdauungstrakt und das Kreislaufsystem oder Atemsystem. Gesamthaft gibt es 17 solcher Srotas, deren Aufzählung hier aber zuweit führen würde. Aber alle diese Srotas können über die Marmani beeinflusst werden.
  • Chakras – liegen mehr auf der feinstofflichen Ebene, können aber ebenfalls durch die Marmani beeinflusst werden und wirken somit auch die Gefühls- und geistige Ebene. Es gibt 7 Hauptchakren, die alle zwischen dem Muladhara (Wurzelchakra) und dem Sahasrara (Scheitelchakra) liegen und über diese ist es möglich auch auf die 5 Elemente und die Sinnesorgane zu wirken.
  • Nadis – es soll rund 72´000 geben, für die Marmani sind aber nur 14 massgeblich. Nadis könnte man als Meridiane bezeichnen.  Diese beginnen im Muladhara oder Wurzelchakra. Jedes Nadi ist mit einem Marma verbunden und über diese Marma können Blockaden in diesen Nadis behandelt werden.
  • Desweiteren können über die Marmani auch das Prana (Energie) und Agni (Feuer) behandelt werde.

Dies nur ein kleiner Überblick was so alles bei den Marmani beteiligt ist und beeinflusst werden kann, obwohl diese Aufzählung nicht vollständig ist.

Nun aber dazu wie wir diese Marmani beeinflussen können:

  • Pranayama, so zum Beispiel über die Nadis durch die Atemtechnik Nadi Suddhi.
  • Bewegung generell, aber gezielt durch Asana und einen ausgewogenen Ablauf der Yogaübungen.
  • Massage – im Ayurveda werden vor allem bei der Abhyanka-Massage die Marmani eingesetzt, wodurch diese Massage sehr intensive wirken kann.
  • Meditation zum ausgleichen der Chakren ist eine weitere Möglichkeit.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit diese Aspekte zu kombinieren. Das soll unter anderem auch ermöglichen alte und unerwünschte Erinnerungen die sich im Körper energetisch festgesetzt haben, aufzulösen.

Es liesse sich noch viel mehr darüber schreiben, das würde dann aber ein Buch und nicht ein Überblick für einen Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert