In vielen alten oder klassischen, geistigen und medizinischen Systemen spielen die Elemente eine wichtige Rolle. So haben die chinesische Medizin und Ayurveda die Elemente als Grundprinzipen, um auf einfache Weise zu erklären wie unser Körper gebaut ist und wie er funktioniert. Auch im Yoga sind die Elemente wichtig. Interessanterweise konnte in den letzten ca. 15 Jahren Vieles dieses Wissens auch bei uns wissenschaftlich bestätigt werden. Darauf möchte ich aber in diesem Artikel nicht im Detail eingehen, sondern einfach einen kleinen Überblick geben, zum element Erde und die Bedeutung der Erde für uns.
Im Yoga wird das Erdelement oder Prithivi dem Wurzel- oder Muladhara-Chakra zugeordnet. Mit Chakra bezeichnet man Energiezentren im Körper. wobei das Wort Chakra Rad oder Kreis bedeutet. Diese Energiezentren finden sich ziemlich universell in den meisten System die sich mit geistiger Weiterentwicklung befassen. Die meisten Systeme arbeiten mit 7 Chakren, wobei das erste, das Wurzelchakra oder Muladhara dem Element Erde zugeordnet wird. Dieses Chakra befindet sich zwischen Anus und Genitalien und ist so ziemlich das wichtigste Chakra, da es das Fundament für die anderen Chakren bildet, da diesem Chakra der Ursprung der Kundalini-Energie zugeordnet wird. Bevor man in geistige Höhen entschwebt, ist es deshalb wichtig, im Fundament des Wurzelchakras verankert und stabilisiert zu sein.
Im Ayurveda bilden die Elemente die Dosha oder Konstitutionen, wobei die Konstitution die Zusammensetzung von etwas beschreibt. Im Ayurveda geht man von 3 grundlegenden Dosha aus, die sind Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch besitzt diese drei Dosha, aber in einer individuellen Zusammensetzung. Hier möchte ich nur auf Kapha eingehen, da ein grosser Anteil des Kapha vom Element Erde gebildet wird, zusammen mit Wasser. Es ist Kapha, das uns Gewicht und Haftung gibt.
Dem Muladhara Chakra, dem Kapha und dem Element Erde werden auch Körperteile zugeordnet: Beine und Füsse, Knochen, Zähne und der Dickdarm, aber auch der Ischiasnerv. Dem Muladhara werden noch die Nebennieren zugeordnet. Ausserdem gehört zum Element Erde der Geruchsinn und somit auch die Nase.
Wenn das Element Erde gestört wird können folgende Symptome auftreten – und im Muladhara Chakra zu Ängsten, allgemeine Verunsicherung und übermässigen Stress in den verschiedensten Lebensbereichen führen . Wir fühlen uns quasi abgehoben oder «nebst den Schuhe». Auch Knieprobleme und Ischias (Hexenschuss) können auf Störungen in diesem Bereich hinweisen. Bei einem Übermass an Erde oder Kapha kann sich das als Trägheit, Lustlosigkeit, aber auch Gewichtsproblemen, Störungen vor allem im Bereich des Dickdarms zeigen. Wenn das Element Erde ausgeglichen ist, fühlen wir uns geerdet, solide, im Körper und generell in Harmonie mit uns Selbst und der Umwelt. Wir erleben ein Gefühl der Sicherheit, Ruhe und Stabilität, aber auch mehr Vitalität.
Yoga-Übungen, Pranayama und Meditation helfen die Elemente im Gleichgewicht zu halten. Das einfache Erd- oder Prithivi-Mudra kann helfen das Element Erde zu stabilisieren. Bei diesem Mudra berühren sich die Spitzen des Daumens und des Ringfingers. Ausserdem kann auch das das Mantra LAM das Erdelement unterstützen. Eine weitere Unterstützung gibt Mulabandha, das heisst das Anspannen des Beckenbodens während den Asana oder Körperübungen im Yoga.
Grundlegend bildet das Element Erde das Fundament unserer physischen Existenz in Form des Erdbodens und was aus diesem erwächst. Ein lebender Erdboden ermöglicht und erhält das Leben unseres Körpers. Den die meisten Bausteine für unseren Körper stammen aus dem Boden. Während des Wachstums der Pflanzen gehen diese Bausteine des Bodens in die Pflanze über und bilden dort eine Reihe von Nährstoffen. Durch das Essen dieser Pflanzen nehmen wir Menschen und auch die Tiere diese Nährstoffe auf und bauen sie in den Körper ein. Je mehr ausgelaugt der Boden ist, desto weniger Bausteine und Nährstoffe stehen den Pflanzen zur Verfügung und desto weniger stehen auch uns Menschen die notwendigen Nährstoffe zum Erhalten eines gesunden Körpers zur Verfügung.
Ein weiterer wichtiger Punkt für eine gesunde Erde und somit auch für die Gesundheit des Menschen ist das Mikrobiom Dieses wird gebildet aus Bakterien, Parasiten und Viren, die für uns lebenswichtig sind uns sich grösstenteils in der Darmflora befinden.. Alleine unser Körper soll ca. 2kg Mikrobiom beherbergen. Es gibt Studien die davon ausgehen, dass ca. 70° der Immunfunktion in unserer Darmflora stattfindet. aber nicht nur das, es hat sich gezeigt, dass auch das Glückshormon Serotonin, von dem ich gedacht habe, dass es vorwiegend in unserem Hirn gebildet wird, soll zu rund 80% in unserem Darm gebildet werden. Es gibt noch andere Bereiche für die das Mikrobiom in unserem Köper wichtig sind, aber das würde hier zu weit führen. Es hat sich aber auch gezeigt, das eine grosse Vielfalt an Bakterien etc. von grosser Wichtigkeit sind. Leider hat es sich auch gezeigt, dass diese Vielfalt immer mehr abnimmt, was auch mit unserer Ernährung und der oft industriellen Produktion von Nahrungsmitteln zusammenhängen soll. Nun nebst der Nahrung ist zum Beispiel eine weitere Möglichkeit das Mikrobiom zu unterstützen, so oft wie möglich barfuss zu laufen, am Besten auf dem Erdboden, im Gras und im Wald. Das wusste schon Kneipp.
Somit spielt die Nahrung eine sehr wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Sie liefert die Bausteine für unseren Körper, die uns die Erde schenkt. Diese Bausteine oder Nährstoffe der Pflanzen werden in unseren Körper eingebaut und man könnte sagen, wir sind was wir essen. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, was wir in unseren Mund stopfen – denn das hat eine Auswirkung auf unseren Körper und unsere Wohlbefinden.
Inzwischen wird auch vermehrt auf die Wichtigkeit hingewiesen den Boden zu regenerieren, damit er weiterhin gesunden Pflanzen das Wachsen ermöglicht und uns eine gesunde Nahrung. Ein gesunder Boden hat ein gesundes und vielfältiges Mikrobiom und ist frei von Pestiziden und Herbiziden. Und ermöglicht somit auch uns eine fortlaufende Erneuerung unseres eigenen Mikrobiom in unserem Körper. Im Erdboden bewirkt das Mikrobiom eine Lockerung des Bodens, was diesem ermöglicht mehr Wasser zu speichern. Was in dieser Hinsicht eine vielversprechende Form der Landwirtschaft zu sein scheint, ist die Permakultur – da sie auch hilft das Wasser zu erhalten und regenerieren, darüber aber mehr später. Was heute ja auch ein aktuelles Thema ist, ist das Klima. Was leider nicht gross Berichtet wird, dass das Auslaugen des Erdboden und die Zerstörung des Mikrobioms im Boden einen wichtigen Anteil an dieser Klimaveränderung hat, der Boden kann dann nicht mehr so viel Nährstoffe und Bakterien aufnehmen. Der Boden ist auch ein Speicher für CO2 und durch industrielle Landwirtschaft und zubetonieren der Erde, kann diese das CO2 nicht mehr genügend speichern. Grundlegend brauchen wir aber diese Kohlenstoffe im CO2 sie sind wichtig für das Wachstum der Pflanzen, da sie ein wichtiger Baustein für die Zellstrukturen und für deren Wachstum sind, aber auch für die Existenz von uns als Menschen. Es wird auch gesagt, dass wenn wir weiter so achtungslos mit dem Erdboden umgehen, noch höchstens 80 bis 100 Ernten auf dieser Welt möglich sind und dann gibt der Boden nicht mehr viel her.
Ich habe mir verschieden Videos zum Thema Permakultur und Wiederaufforstung und Wasserregeneration angeschaut und fand es interessant, dass immer wieder von der lokalen Bevölkerung die Bemerkung fiel, dass sich durch diese und ähnliche Landwirtschaftsform das Klima verbessert hat, und das Ganze erst noch mit relativ einfachen Mitteln. Mein Traum ist, dass weltweit ein Teil der Militärbudget in die Regeneration der Erde und des Wasser investiert wird. Das würde meiner Meinung nach, nicht nur den Hunger vermindern sondern auch zu mehr Frieden führen.
Das Ganze Thema Erde ist ein sehr spannendes und weitläufiges Thema. Ich habe hier nur leicht die Oberfläche angekratzt. Wer mehr zu diesem Thema Erde als Element und Erdboden und dessen Regeration wissen möchte, findet weitere Informationen im Internet unter save soil, Biovision, Permakultur und ähnlichen Stichworten.