Yoga und der Vagusnerv

Was hat der Vagusnerv mit Yoga zu tun? Nun Yoga ist ein Weg den Vagusnerv zu aktivieren und auch zu regenerieren. Aber zuerst werde ich etwas ausschweifen und kurz auf die Bedeutung des Vagusnervs eingehen. Der Vagusnerv ist der 10. Hirnnerv und der grösste Nerv des parasympathischen Nervensystems (PNS), das einen Teil des Zentralnervensystems (ZNS) bildet. Der andere Teil und Gegenspieler ist das sympathische Nervensystem (SNS). Das sympathische System erleben wir, oft als Stress – wobei ich anmerken möchte, dass Stress nicht immer negativ sein muss, denn die Stressreaktion aktiviert Energie. Problematisch wird es, wenn der Stress chronisch wird und wir nicht mehr oder nur noch schlecht in das PNS umschalten können. Es ist das SNS, das uns ermöglich zu entspannen und zu verdauen, zwei wichtige Eigenschaften des SNS, nebst anderen Funktionen die fast alle Organsysteme und Bereiche unseres Körpers beeinflussen, wie z.B.:

• Haut der Ohrmuschel und des äußeren Gehörgangs
• Zungengrund
• Rachen
• Kehlkopf
• Luftröhre
• Lunge
• Herz
• Speiseröhre
• Magen
• Leber
• Bauchspeicheldrüse
• Dünndarm sowie einen Abschnitt des Dickdarms
• Nieren

Wenn der Vagusnerv nicht mehr normal aktiviert wird, können folgende Symptome auftreten – wobei selbstverständlich nicht alle präsent sein müssen. Unten eine Auswahl von Symptome die mit dem Vagus in Verbindung gebracht werden:

• Häufiges Verschlucken und sonstige Schluckstörungen
• Heiserkeit oder Reizhusten
• Sodbrennen und Aufstossen
• Übelkeit
• Atemnot
• Beschleunigter Herzschlag)
• Chronische Entzündungen
• Verdauungsbeschwerden die sich bis hin zu Verstopfung oder Durchfall         bemerkbar machen können.
• Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression
• Angstzustände
• Energielosigkeit und Müdigkeit

Nun die erfreuliche Botschaft ist, dass wir lernen können den Vagusnerv bewusst zu aktivieren, mit Hilfe z.B. der folgenden Vagusnerv-Übungen:

• Meditation oder Yoga Nidra (tiefen Entspannung)
• Pranayama, also Atemübungen
• Summen und dazu eignen sich vor allem auch Mantras wie zum Beispiel OM in der Form von AUM, wobei alle drei von A, O oder U was ein Vibration des Kehlkopfs bewirkt, was wiederum den Vagus stärkt.
• Singen, wozu sich die längeren Mantras gut eignen.
• Gurgeln
• Ohren massieren
• Kalt Duschen (nicht Teil des Yoga)
• etc.

Hier zwei Videos, eines zu OM und eines mit einem längeren Mantra zum mitsingen und dem auch heilende Energien zugesprochen werden.

An dieser kurzen Ausführung zum Vagusnerv könnt ihr erkennen, wieso Yoga so hilfreich ist und ein generelles Wohlbefinden bewirkt. Es stärkt unter anderem den Vagusnerv und schon deshalb lohnt es sich Yoga regelmässig in den Alltag einzubauen.

Übrigens ein Zeichen dass der Vagus aktiv ist, ist ein erhöhter Speichelfluss. Das weisst darauf hin, dass wir entspannen und das Verdauungssystem aktiv ist. Deshalb ist es auch so wichtig, nicht zu essen wenn wir im Stress sind, weil dann der Vagus und der Verdauungsprozess blockiert sind. Infolgedessen ist es sinnvoll vor dem Essen den Vagus zu aktivieren, vor allem wenn Stress vorhanden ist. So können einige Verdauungsbeschwerden wie Druck im Bauch oder Blähungen mit der Zeit verschwinden.

Wie ihr hier erkennen könnt, deckt eine Yogastunde fast alle oben genannten Möglichkeiten ab. Nur hat man nicht immer die Zeit oder Muse ein ganzes Yogaprogramm zu machen und da helfen schon die verschieden kurzen Übungen.

Somit könnte man sagen:
Ein gesunder Vagusnerv ist das Fundament für ein gutes Wohlbefinden.

6 Gedanken zu „Yoga und der Vagusnerv“

  1. Liebe Françoise,

    das hast du wieder mal grossartig hin gekriegt. Die Tonqualität war ausgezeichnet und das Geschriebene gut verständlich. ich hoffe deine Schüler/innen werden davon guten Gebrauch machen.
    Eine ruhige und besinnliche und reiche Osterzeit wünsch ich dir und bis bald Beatrice

  2. Liebe Françoise
    Sehr guter und interessanter Berich.
    Hat mir sehr gut gefallen. Wusste nichts über den Vagusnerv.
    Liebe Grüsse und schöne Ostern wünscht dir Huguette

  3. Liebe Françoise
    Einmal mehr ein grosses Dankeschön für die ausführliche Erklärung und den „Reminder“. Eigentlich einfach, die Übungen zur Aktivierung des Vagusnervs in den Alltag einzubauen und doch denkt man zu selten daran. Ich bin überzeugt, Integrtion lohnt sich! Und Disziplin zahlt sich aus!! 😉
    Beste Grüsse – Patricia

  4. Liebe Patricia,
    es ist schon interessant, dass das Integrieren in den Alltag oft herausfordernder ist, als die Übungen selber.

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